8th Continent Lab: Von Dübendorf ins All
Im folgenden eine gekürzte Fassung des Artikel von David Werner für UZH News. Zum vollständigen Artikel
Im Innovationspark Zürich (IPZ) erkundeten Forschende, Unternehmer:innen und Investor:innen neue Geschäftsfelder im Weltraum – und Zürichs Chancen, sie mitzugestalten. Gleichzeitig endete auf dem Flugplatz Dübendorf die achte Schweizer Parabelflugkampagne, bei der auch ein UZH-Spin-off Technologien zur Herstellung menschlicher Gewebe im All erprobte.
Während im Hangar über neue Märkte im Weltraum diskutiert wurde, setzte draussen ein Forschungsflugzeug zur Landung an. An Bord waren Experimente, die kurz zuvor bei einem Parabelflug der Schwerelosigkeit ausgesetzt gewesen waren. Wenig später konnten die Teilnehmenden des 8th Continent Lab das Flugzeug besichtigen und sich ein Bild davon machen, wie in Dübendorf aus Experimenten neue Anwendungen entstehen.
Das Treffen im Innovationspark Zürich brachte 150 Gäste aus Wissenschaft, Industrie, Finanzwirtschaft und Raumfahrt zusammen. Im Mittelpunkt stand der «achte Kontinent»: der Weltraum, der zunehmend auch Unternehmen ausserhalb der Raumfahrtbranche neue Chancen eröffnet. Der Innovationspark bot ihnen unter Mitwirkung der UZH Gelegenheit, mögliche Partner kennenzulernen und Ideen für neue Geschäftsfelder zu entwickeln. Einige der Technologien dafür waren an diesem Tag direkt vor ihren Augen gelandet.
Der Orbit als neuer Wirtschaftsraum
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«Das nächste Kapitel der Weltraumwirtschaft wird nicht allein von der Raumfahrtindustrie geschrieben werden» Peter Bodmer, Co-Founder des 8th Continent Lab |
Peter Bodmer, President der Switzerland Innovation Park Zurich Foundation und Vize Präsident des UZH Universitätsrats nannte drei Entwicklungen, die den Weltraum zunehmend auch für andere Unternehmen attraktiv machen:
- Erstens sei die Wirtschaft bereits enger mit dem Orbit verbunden, als vielen bewusst sei: Versicherungen bewerteten Klimarisiken mit Satellitendaten, Energieunternehmen orteten damit Lecks, Transport- und Stromnetze nutzten die präzisen Zeitsignale aus dem All. Viele Unternehmen seien längst Teil der Weltraumwirtschaft, ohne sich als solchen zu verstehen.
- Zweitens würden kommerzielle Raumstationen wie die geplante Starlab-Flotte viel mehr Unternehmen als bisher ermöglichen, im All zu forschen und sogar Produktionsverfahren zu entwickeln – etwa für Gewebe, Medikamente oder neue Materialien.
- Drittens machten rapide sinkende Transportkosten Anwendungen wirtschaftlich interessant, die bisher kaum rentabel gewesen wären.
Das Wachstumspotenzial verdeutlichte Bodmer mit einer Prognose des World Economic Forum und von McKinsey: Von 630 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 könnte die Weltraumwirtschaft bis 2035 auf 1,8 Billionen Dollar wachsen. Mehr als 60 Prozent dieses Wachstums würden auf Branchen ausserhalb der klassischen Raumfahrt entfallen, darunter Logistik, Lebensmittel, Detailhandel, Kommunikation, Versicherungen oder Pharma.
«Es gab noch nie einen besseren Zeitpunkt, sich von der Schweiz aus mit dem Weltraum auseinanderzusetzen», sagte Bodmer. Jetzt würden Standards, Geschäftsmodelle und Partnerschaften geprägt. Wer später komme, müsse die Bedingungen anderer übernehmen.
Den Schwung aufnehmen
Nach der Besichtigung der Cessna auf dem Flugfeld gingen am Nachmittag die Gespräche über Entwicklungsperspektiven und mögliche Geschäftsfelder an fünf «Networking Islands» weiter, die vom UZH Innovation Hub organisiert worden waren. Das Themenspektrum reichte von Life Sciences, neuen Materialien und Fertigungsverfahren über Datenzentren, Künstliche Intelligenz und Flugplattformen bis zur Finanzierung von Weltraumtechnologie. Im direkten Austausch zwischen Forschenden, Unternehmen und Investoren wurde nochmals greifbar, wie vielfältig die Möglichkeiten der Weltraumökonomie sind.
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«Das 8th Continent Lab war eine echte Gründungsveranstaltung. Die Verbindung von Space mit Non-Space ist als Entwicklungsperspektive nun etabliert und in manchen Bereichen bereits gelungen. Die UZH, das CSA und ihr Partner, der Innovationspark Zürich, der Kanton Zürich und die Schweiz sind sichtbar geworden als Dreh- und Angelpunkte der europäischen New Space Economy - darauf können wir stolz sein.» Elisabeth Stark, UZH Prorektorin Forschung und Stiftungsräting des Center for Space and Aviation Switzerland and Liechtenstein (CSA) |
Eine Fortsetzung des 8th Continent Lab ist bereits geplant: Sie soll kommendes Jahr in noch grösserem Rahmen unter dem Titel «8th Continent Main» im Innovationspark Zürich über die Bühne gehen.
Photo credit: CSA / R. Sablotny
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